Präzise Emissionsmessungen beginnen nicht erst am Analysator – bereits der Weg des Messgases kann entscheidend sein. Bei kleinen CO-Messbereichen kann die beheizte Messgasleitung selbst zur Störquelle werden, und zwar gerade dann, wenn sie so heiß betrieben wird, wie sie soll. Mit der neuen TBX-H PerfectZero stellt AGT-PSG eine beheizte Messgasleitung vor, die genau diesen Effekt verhindert.
Warum Messgasleitungen heiß betrieben werden
Das Messgas muss auf dem gesamten Weg von der Entnahmestelle bis zur Messgasaufbereitung oberhalb seines Wasser- und Säuretaupunkts bleiben. Nur so lassen sich unkontrollierte Kondensation, Säurebildung und der Verlust wasserlöslicher Komponenten vermeiden. In kontinuierlichen Emissionsmesssystemen (CEMS) sind deshalb Haltetemperaturen von 180 °C üblich: Bei schwefelhaltigen Rauchgasen kann der Säuretaupunkt je nach Gaszusammensetzung, Feuchte und SO₃-Gehalt bis in den Bereich von etwa 150 bis 155 °C reichen.
Als messgasführendes Material hat sich PTFE bewährt. Es ist chemisch hochbeständig, hydrophob und zeigt kaum Oberflächenwechselwirkung – ein Vorteil bei niedrigen Messbereichen und bei anspruchsvollen Komponenten wie NH₃, HCl oder SO₂.
Woher der CO-Eintrag kommt
Bei hohen Dauertemperaturen können Heizleiter, Isolation und weitere Leitungsmaterialien CO abgeben. PTFE ist zwar hervorragend als Messgasleitung geeignet, aber nicht vollständig gasdiffusionsdicht. Mit steigender Temperatur können Gase durch die PTFE-Wandung permeieren und in den Messgasstrom gelangen.
Bei Haltetemperaturen von 180 oder 200 °C kann dieser Effekt in niedrigen CO-Messbereichen einen zusätzlichen Messuntergrund erzeugen und das Messergebnis verfälschen. Für Betreiber heißt das: Ein Teil des gemessenen CO stammt nicht aus dem Prozess, sondern aus der eigenen Leitung.

Die Lösung: eine Barriere aus Edelstahl
PerfectZero setzt genau hier an. Eine flexible metallische Diffusionsbarriere – ein Edelstahl-Ringwellrohr – umschließt die messgasführende PTFE- oder PFA-Leitung und trennt sie vollständig von Heizleiter und Isolation. So bleibt der Messgasstrom frei von leitungsbedingtem CO-Eintrag, auch bei Haltetemperaturen bis 200 °C (Heizband 60 W/m).
So erkennen Sie einen leitungsbedingten CO- Untergrund
Ein einfacher Vergleich zeigt, ob Ihre Messgasleitung zum CO-Messwert beiträgt: Geben Sie Nullgas einmal direkt am Analysator und einmal über den Prüfgasanschluss der Sonde auf –bei PSG-Sonden serienmäßig vorhanden –, während Sonde und Leitung auf Betriebstemperatur sind. Zeigt der Analysator mehr CO an, wenn das Nullgas den gesamten Probenweg durchläuft, stammt die Differenz aus dem Probenweg und nicht aus dem Prozess. Gerade bei kleinen CO-Messbereichen lohnt sich dieser Vergleich vor der nächsten Kalibrierung oder Funktionsprüfung.
Mehr als eine beheizte Leitung: die TBX-H-Plattform
Die TBX-H verbindet die Flexibilität einer klassischen, handgefertigten Ringwellleitung mit den Vorteilen einer modernen extrudierten Leitung:
Für die Praxis entwickelt
Die TBX-H PerfectZero ist keine Sonderlösung für einzelne Anwendungen, sondern eine konfigurierbare Plattform. Zwei Standardausführungen mit PerfectZero-Barriere sind ab Lager lieferbar: mit wechselbarer PTFE-Seele 6×1 mm oder 8×1 mm, Flex-Mantel aus PVC und 200 °C Haltetemperatur. Bis etwa 70 m wird die Leitung als Ring im Karton geliefert, darüber auf der Holztrommel. Ohne Konfektion liegt die Lieferzeit für Standardausführungen bei etwa zwei, mit Konfektion bei etwa drei Wochen – je nach Auslastung auch länger.
Die Leitung kommt anschlussfertig ab Werk oder wird mit dem PSG-Konfektionskit direkt in Werkstatt oder Anlage konfektioniert. Auch bereits konfektionierte Leitungen lassen sich nachträglich kürzen. Geregelt wird sie über einen externen Temperaturregler, etwa den für PSG-Messgasleitungen vorparametrierten Regler ST49.
Wo PerfectZero den Unterschied macht
Ob Ihre Messstelle PerfectZero braucht, klären elf Fragen in unserer Auswahlhilfe zum Ausdrucken. Alle technischen Daten stehen im Datenblatt der TBX-H PerfectZero, mehr zu beheizten Messgasleitungen in unserer Case Study.
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